Revolutionärer Erster Mai - 01.05.22 - 18 Uhr - Willy-Brandt-Platz

Aufruf revolutionärer Block

Posted: April 22nd, 2022 | Author: | Filed under: Texte | Comments Off on Aufruf revolutionärer Block
„Die Revolution ist großartig, alles andere ist Quark.”
Komm in den revolutionären Frontblock!
Kapitalismus ist die zu beendende Katastrophe unserer Zeit. Er zerstört die Welt, in der wir leben, die menschlichen Beziehungen und systematisch alle Dinge, für die sich das Leben lohnt. Er trennt unsere Arbeit in Produktion und Reproduktion und lässt damit die Arbeit von Frauen verschwinden, um sie als Profit in die eigene Tasche zu stecken. Er legitimiert seit jeher die rassistische Ausbeutung über den Sklavenhandel bis hin zu modernen Lohnsklav:innen mit unsicherem Aufenthaltstitel auf Europas Gemüsefeldern und in den Metropolen der reichen Industrienationen. Solange der gesellschaftlich produzierte Reichtum nur von einer kleinen Gruppe, der Klasse der Kapitalist:innen, angeeignet wird und sie Mensch und Natur ohne Rücksicht ausbeutet, unterdrückt und zerstört; solange werden wir, die arbeitende Klasse, ein Leben in Knechtschaft führen. Denn wir sind nur frei darin, unseren Arbeitsplatz, sprich den Ort unserer Ausbeutung, zu wählen. Hinter dieser zynischen Freiheit verbirgt sich ein Zwang, der unser ganzes Leben bestimmt: der Zwang, unsere Arbeitskraft verkaufen zu müssen, um Essen und ein Dach über dem Kopf zu haben – und für viele auf der Welt reicht es nicht einmal dafür. In dieser angeblichen Freiheit sind wir die Knechte derjenigen, die Fabriken, Rohstoffe, Land, Kapital besitzen und zum Urlaub in den Weltraum fliegen. Dieser stumme Zwang drängt uns in ein Hamsterrad, aus dem es in diesem System kein Entkommen gibt. Wir werden um unser gesamtes Leben betrogen, während der Kapitalismus unaufhörlich neue katastrophale Krisen und Kriege produziert. Er ist und bleibt die Wurzel der Probleme, er versperrt uns den Weg zur Freiheit, er ist die Barbarei.
Die einzige konsequente Antwort auf diese Barbarei ist der Kampf für den Sozialismus; für ein Wirtschaftssystem, in dem die Produktionsmittel nicht in den privaten, konkurrierenden Händen Weniger liegen, sondern allen gehören. Ein System, in dem Wachstum und Profit nicht den Nabel der Welt darstellen, sondern Wohlstand für alle und ein möglichst gutes Leben das Ziel ist. Ein System, das nachhaltig mit Natur und Erde umgeht und beherzigt, dass wir nur diesen einen Planeten haben und es auch kommenden Generationen schuldig sind, ihnen die Erde in grün und blau zu überlassen. Ein System, das echte soziale Freiheit mit Hilfe von Solidarität gedeihen lässt und auf der Grundlage sozialer Gleichheit funktioniert. Denn ohne dieselben materiellen Voraussetzungen können die Menschen ihre vielfältigen Interessen und Fähigkeiten niemals frei entwickeln. Egal was uns die liberalen Märchenerzähler einreden wollen: Ein ausgebeuteter Mensch auf einem brennenden, vergifteten Planeten ist nicht frei!
Wir sind nicht die Ersten und werden auch nicht die Letzten sein, die diesen Kampf aufnehmen und führen. Wir brechen dabei mit dem sozialen Frieden, den die Herrschenden sich wünschen, in der Hoffnung, dass wir unser Leid kampflos hinnehmen. Wir vereinen uns mit der Überzeugung, den Kapitalismus zu überwinden und der Solidarität mit all jenen, die ebenfalls diesen Kampf auf ihre Weise führen. Diese Gewissheiten sind unser verbindendes Moment.
Auf dieser gemeinsamen Grundlage versammeln wir uns im revolutionären Frontblock. Dabei drücken wir mit vielen roten Fahnen unseren Standpunkt als kämpfende proletarische Klasse aus und tragen unsere Inhalte mit Transparenten, Schildern und Parolen stimmungsvoll an die Menschen heran. Wir sind offen für alle, die sich anschließen möchten und heißen sie als unsere Genoss:innen willkommen. Wir lehnen dabei Flaggen bürgerlicher Parteien und imperialistischer Nationalstaaten als Ausdruck des Klassenfeindes ab.
Wir sagen: Lasst uns als Klasse kämpfen, vereint im Willen zur Veränderung dieser Welt!

Aufruf internationalistischer Block

Posted: April 13th, 2022 | Author: | Filed under: Texte | Comments Off on Aufruf internationalistischer Block

AUFRUF  FÜR  DEN  INTERNATIONALISTISCHEN BLOCK AM 1.MAI 2022

18 UHR, WILLY-BRANDT-PLATZ, FRANKFURT AM MAIN

Derzeit entschuldigen sich sämtliche führenden Sozialdemokraten für die letzten Jahrzehnte „Ostpolitik“. Sie hätten Putin falsch eingeschätzt, sie hätten den nationalistischen osteuropäischen Ländern nicht genug vertraut, es sei ein Fehler gewesen, auf die wirtschaftlichen Beziehungen zu setzen, auf die sogenannte Entspannungspolitik usw.  Man könnte fragen, was das soll?

Fast 80 Jahre Frieden – zumindest in Westeuropa – nach dem 2.Weltkrieg.

Das war früher. Heute schreien Alle Waffen gegen die russische, für die ukrainische Armee, Waffen gegen Putin, den Irren aus Moskau.

Marschieren bald wieder deutsche Truppen gen Osten?

Aber ganz so irre ist er nicht, wenn er auch reaktionär bis zum Anschlag ist. Er reagiert auf den Druck, den das weltweit größte Militärbündnis, die Nato, seit Jahren gegen Russland aufgebaut hat. Es ist ein Kampf um Macht und um Bodenschätze.

Man darf gespannt sein, wann endlich Öl, Gas und viele andere Bodenschätze Russlands vom Westen ausgebeutet werden können.

Überall toben verheerende Kriege, sei es auf dem afrikanischen Kontinent, in Asien, in Mittel- und Südamerika, im Nahen Osten und der brutale Krieg des türkischen Diktators Erdogan gegen den Befreiungskampf der Menschen der gesamten Region. Das scheint aber die Meisten hier nicht sonderlich zu interessieren.

Uns schon.

Es gab den Krieg in Ex-Jugoslawien, kurz nach dem Zusammenbruch der sogenannten realsozialistischen Länder – auch mitten in Europa. Auch er wurde von der Nato, allen voran von der BRD – unter einer rot-grünen Regierung – geschürt und heftig geführt.

Für die Millionen Menschen, die sterben, die fliehen müssen, ist das aber erstmal nicht wichtig.

Nicht für sie sind Macht und Profit. Für sie bleibt der Tod oder ein Leben im Elend.

Für uns hier – unter anderen – Inflation, Lohnkürzungen, Einsamkeit und Perspektivlosigkeit.

So ganz nebenbei wird unsere Erde immer weiter zerstört, von Kriegen und dem globalisierten Kapitalismus. Menschenverachtung, Rassismus, Nationalismus und Kolonialismus dringen immer weiter vor. Auch das Patriarchat: Demütigung, Vergewaltigung und Morde an Frauen sind unerträgliche Normalität.

 

Wir sind nicht bereit, das weiter mitzumachen. Wir wissen, dass eine andere Welt nötig und möglich ist. Wir müssen sie nur machen. Wir, die Ausgebeuteten, Unterdrückten, Gedemütigten, Vertriebenen, die von unten und von links.

Organisieren wir uns überall, wo wir sind: in den Betrieben, den Schulen und Universitäten, den Dörfern und Stadtvierteln. Bauen wir Alternativen auf und bekämpfen wir die Verantwortlichen, die Herrschenden, das ganze System.

 

Wir sind Internationalist*innen und kämpfen gemeinsam mit allen um Befreiung kämpfenden Menschen weltweit.

Wir sind nicht käuflich und wir geben nicht nach. Kapitalismus, Rassismus und Patriarchat sind tödlich. Da kann es keine Kompromisse geben.

Wir wissen natürlich, dass das weder schnell geht noch einfach ist. Aber eine Alternative haben wir nicht.

 

Für eine Welt, in der viele Welten Platz haben

Für eine Welt ohne Grenzen

Für ein Leben in Würde, Frieden, Freiheit und Gerechtigkeit für Alle


Aufruf migrantischer Block “Yallah, Yallah, raus zum 1. Mai!”

Posted: April 13th, 2022 | Author: | Filed under: Texte | Comments Off on Aufruf migrantischer Block “Yallah, Yallah, raus zum 1. Mai!”

Yallah, Yallah, raus zum 1. Mai!

In Solidarität mit den Kämpfen migrantischer Arbeiter*innen in Deutschland und weltweit, organisieren wir zum 1. Mai in Frankfurt den migrantischen Block! Schließt euch uns an, wenn wir unsere Straßen zurücknehmen, die Generationen migrantischer Arbeiter*innen vor uns erbaut haben.
Deutschland, dein Reichtum ist auf dem Blut und Schweiß unserer Vorfahren aufgebaut!

Erst werden wir von Imperialmächten durch Krieg und Unterdrückung aus unseren Heimatländern vertrieben, dann stehlen uns die Herrschenden auch hier in der Diaspora unsere Zukunft.
Als Kinder werden wir in den Schulen drangsaliert und kämpfen um unsere Perspektiven.
Als Jugendliche werden wir allein aufgrund unseres Aussehens von Bullen angehalten und kontrolliert, immer wissend wer hier die Macht hat und sie auch missbrauchen wird.
Als Erwachsene stecken sie uns in Fabriken und Betriebe, in denen wir gesundheitlichen Gefährdungen ausgesetzt sind und fragen uns, warum wir aus unserem Leben nicht mehr gemacht haben.

Doch wir kennen die Wahrheit und wir kennen den Feind: Das rasisstisches, koloniale und imperialistische System, der Kapitalismus, die Herrschenden und Reichen! Wir schließen uns den Kämpfen der Generationen vor uns an, gehen auf die Straße und fordern ein, was uns zusteht! Im Namen der Kämpfe migrantischer Arbeiter*innen und aller anti-kolonialen und anti-imperialistischen Bewegungen weltweit!
* Wir begrüßen alle Organisationen und Fahnen, welche antifaschistische, anti-kapitalistische, anti-koloniale sowie anti-imperialistische Haltungen vertreten, sich dem migrantischen Block anzuschließen. Weiterhin sind die Flaggen unterdrückter und besetzter Gebiete willkommen. Dahingegen distanzieren wir uns von National- und Parteiflaggen bürgerlicher Art.

#erstermai #erstermaiffm #yallahyallah


Revolutionärer 1.Mai 2022 – Aufruf

Posted: March 25th, 2022 | Author: | Filed under: Texte | Comments Off on Revolutionärer 1.Mai 2022 – Aufruf
Gemeinsam kämpfen gegen Krieg und Kapitalismus
International für Solidarität und Klassenkampf
Die Welt wird beherrscht von Barbarei. Auf der Jagd nach neuen Einflussgebieten und Absatzmärkten teilen die Reichen und Mächtigen die Welt unter sich auf, raffen alles an sich. Das Kapital und der ewige Konkurrenzkampf zwingt sie dazu, neue Profite müssen her und das Wachstum darf nie stillstehen. In der Ukraine treiben USA, EU und Russland für die Anbindung an den einen oder anderen Markt die Welt an den Rande eines Atomkriegs. Gnadenlos gehen sie dabei über Leichen, ukrainische Zivilist:innen und Soldat:innen beider Seiten sterben. Ob Bomben in der Ukraine, Syrien, Kurdistan, Jemen oder Palästina, diese Kriege schaffen nur Leid und Elend für Mensch und Natur. Erst werden Millionen auf der Suche nach einem sicheren Leben dabei zur Flucht gezwungen, danach sind sie mit einem menschenverachtenden und rassistischen europäischen Grenzregime konfrontiert, das mit völliger Gleichgültigkeit und Verachtung nicht-weiße Menschen oftmals dem Tod überlässt.
Gleichzeitig erfasst eine neue Stimmung das Land. Deutschland macht mobil und Massen jubeln für den Krieg. Ohne Gegenwehr wird die massive Aufrüstung der Bundeswehr beschlossen und die Wiedereinführung der Wehrpflicht ins Spiel gebracht. Der eigentliche Feind sind jedoch nicht Menschen und Nationalitäten. Ölkartelle, Waffenfirmen, Banken und Konzerne diese Kriegsprofiteure, vor allem auch im eigenen Land, müssen wir ins Visier nehmen und dabei solidarisch Seite an Seite mit allen Unterdrückten weltweit stehen!
Wir sagen: Krieg dem Krieg! Gegen Aufrüstung und die Militarisierung der Gesellschaft, weder Putin noch NATO! 
Der Ukraine-Krieg ist dabei nur ein weiterer Verstärker für die Krise des Kapitals. Befeuert durch das Krisenmanagement der Pandemie explodieren die Preise und Arbeiter:innen verlieren ihre Jobs. Während wir durch Kurzarbeit und Inflation immer weniger in den Taschen haben, verdienen sich die Bonzen ein goldenes Näschen. Sie haben in der Pandemie Milliarden an Sonderzahlungen bekommen, während wir weiter in vollen Fabriken, Büros oder auch in Bussen und Bahnen unsere Gesundheit riskieren müssen. Die Isolation und Unsicherheit fördert auch Depressionen und patriarchale Gewalt. Wenn wir im Winter frieren, das Auto nicht mehr tanken können, fällt den Politikern nichts Besseres ein, als uns dabei zu ermutigen und zu sagen, jeder von uns müsse einen Teil leisten und wir stehen ja wenigstens auf der richtigen Seite. 100 Milliarden für die Bundeswehr und Applaus für Pfleger:innen?
Wir sagen: Das ist falsch und wir können uns diese Welt nicht mehr leisten! Löhne rauf, Anpassungen an Preis- und Mietentwicklungen! Sofortige Aussetzungen von Gas-, Strom-, Wassersperrungen und Zwangsräumungen!
Uns ist klar, dieses System lässt sich nicht reformieren, der Kapitalismus muss weg. Kein Parlament, kein Gericht und kein Gesetz werden uns Gerechtigkeit bringen. Die Produktion von Reichtum und allen Waren dieser Welt geschieht durch die Ausbeutung unserer Klassees gibt keine Alternative zur sozialen Revolution!
Wir rufen alle Arbeiter:innen und Jugendliche, schwarze Menschen und Migrant:innen, Frauen und LGBTIQ auf: Geht mit uns am 1. Mai auf die Straße, lasst uns als Klasse kämpfen!
Wir sagen: habt Mut zu kämpfen und habt Mut zu siegen für das Ende des Kapitalismus!

Warum wir am 1.Mai nicht nur zur DGB Demonstration gehen

Posted: April 26th, 2021 | Author: | Filed under: Texte | Comments Off on Warum wir am 1.Mai nicht nur zur DGB Demonstration gehen

Seit vielen Jahren gehört die Demonstration am 1. Mai in Frankfurt fest in den Kalendern vieler Linker in Frankfurt. Als sehr breit aufgestellte Demonstration findet sich dort auch ein diverses Spektrum der Linken wieder und ruft zur Beteiligung auf.

Auch viele revolutionäre Gruppen und kämpferische Gewerkschafter:innen laufen mit und sind mit ihren Parolen dort vertreten. Aber am Ende bleibt in der Berichterstattung, im Bewusstsein, nur das weichgespülte Gelaber von DGB Angestellten und einem korrupten SPD-Oberbürgermeister.

Auch dieses Jahr mobilisiert der DGB vollkommen inhaltsleer mit lustigen Comic-Männchen und wieder reden dieselben langweiligen Funktionäre. Kämpferische Antworten auf die Entlassungen? Einbeziehung unterschiedlicher sozialer Bewegungen? Eine Perspektive zur Veränderung der Gesellschaft? Fehlanzeige!

Der DGB mit seinen Mitgliedsgewerkschaften ist die größte Arbeiter:innenorganisierung in der Bundesrepublik. Trotz aller Kritik (Sozialpartnerschaft, staatstragende reformistische Forderungen, Einbeziehung der Gewerkschaft der Polizei, Rauswurf von Antifa Gruppen etc.) werden auch in Zukunft dort viele wichtige Kämpfe stattfinden, die auch die Solidarität von Revolutionär:innen verdienen. Wir wissen, die DGB Demonstration ist ein fester Bestandteil der politischen Arbeit vieler Gruppen und Arbeiter:innen.
Deshalb sehen wir unsere Aktion am Abend als eine Ergänzung für den 1.Mai – und nicht als Konkurrenz. Wir werden natürlich auch morgens am 1.Mai auf der Straße sein und für antikapitalistische Inhalte werben. Aber es braucht die Demonstration am Abend, um kämpfende Arbeiter:innen, politische Widerstandsbewegungen und revolutionäre Positionen zu Wort kommen zu lassen!

Deshalb alle zusammen am 1.Mai:

10:30 Uhr – DGB Demonstration
18:00 Uhr – Revolutionäre Demonstration


Solidarität mit dem Kampf der Student:innen der Bogaziçi Universität!

Posted: April 20th, 2021 | Author: | Filed under: Texte | Comments Off on Solidarität mit dem Kampf der Student:innen der Bogaziçi Universität!

An der Bogaziçi Universität in Istanbul protestieren Studierende seit Wochen gegen die willkürliche Berufung eines neuen Universitätsrektors. Staatspräsident Erdogan hat Melih Bulu, ein Abgeordneter aus der eigenen Partei, eingesetzt. Unter normalen Umständen wird der Rektor demokratisch gewählt und eingesetzt. Was erkennen wir an diesem Ereignis? Der faschistische und undemokratische Staat führt seine Unterdrückung und gezielte Umerziehung in den staatlichen Institutionen fort, welche ein Ort der freien Entfaltung und Entwicklung sein sollte. Wenn diese Institutionen durch Macht- und Interessenskämpfe, Faschismus und Rassismus manipuliert werden, so werden ganze Generationen fehlgeleitet.

Die Student:innen kämpfen für Gerechtigkeit, doch ihr Widerstand wird brutal niedergeschlagen. Studierende werden verhaftet und verprügelt. Sie werden als „Terroristen“ bezeichnet. Unter den Protestierenden haben LGBTI+ Menschen besondere Gewalt und Hetze erfahren. Trotz aller Repressionen hält der Widerstand von Bogaziçi schon seit Monaten ungebeugt an.

Aus diesen Gründen solidarisieren wir uns am 1. Mai (sowie an jedem anderen Tag) mit den Student:innen an der Bogaziçi Universität und den Student:innen weltweit, die eines Tages Kapitalismus sowie Faschismus zerschlagen werden! Zusammen vereinen wir uns gegen die Kapitalisten und Faschisten und für Gerechtigkeit, Gleichheit und Frieden!


Klassenkampf statt Elitenliga!

Posted: April 20th, 2021 | Author: | Filed under: Texte | Comments Off on Klassenkampf statt Elitenliga!

Seit Beginn der Corona Pandemie führt uns der Profifußball beinah wöchentlich seine Entfremdung von Zuschauer:innen und Fans vor Augen: Seien es die Forderungen nach vorgezogenen Impfungen für Profispieler, internationale Flugreisen oder die mehrfachen wöchentlichen Testungen der Spieler in Zeiten knapper Testkapazitäten. Nichts bleibt unversucht, um den Spielbetrieb aufrecht zu erhalten und damit weiterhin TV-Gelder und Webeeinnahmen zu kassieren.

In einer Zeit, die solidarisches Handeln erfordert, wollen nun zwölf europäische Top Klubs ihre eigen Super-League gründen, um die Gewinne ihres Unterhaltungsproduktes noch weiter zu maximieren. Diese Gründung reiht sich damit nahtlos in die Entwicklung der letzten Jahre ein: Stetige Erhöhung der Ticketpreise, fanunfreundliche Anstoßzeiten zur Maximierung der TV-Gelder und eine absurde Entwicklung von Ablösesummen und Gehältern, die längst abgekoppelt sind von einem realen Gegenwert. Statt mitgliedergeführter Vereine bestimmen mittlerweile Aktiengesellschaften oder Vereine in der Hand von finanzstarken Mäzenen das Bild. In dieser Entwicklung erscheint die Gründung einer elitären Super Liga nur als logische Konsequenz der kapitalistischen Verwertungslogik.

Denn was hier auf internationaler Ebene vollzogen wird, ist auf nationaler Ebene schon längst gängige Praxis. Durch die enorme ungleiche Verteilung von TV-Geldern und die Einführung der Relegation hat sich auch in Deutschland die finanzielle Kluft zwischen den Klubs vervielfacht. In Anbetracht der prekären finanziellen Lage vieler unterklassiger Vereine kann das zur Schau gestellte Entsetzen der Topfunktionäre über die Abspaltung bestenfalls als naiv, schlimmstenfalls als zynisch gewertet werden. In ihr offenbart sich vielmehr, dass der immer wieder angepriesen sportliche Wettbewerb längst nur noch Fassade für ein Produkt ist, das sich schon lange von seiner

Basis entfernt hat. Viele Arbeiter:innen und prekär Beschäftigte sind schlicht nicht mehr in der Lage, sich einen regelmäßigen Stadionbesuch zu leisten, von einem Besuch mit der Familie ganz zu Schweigen. Und wenn doch einmal das nötige Kleingeld zusammengespart ist, machen einem oftmals die verschiedenen Anstoßzeiten einen Strich durch die Rechnung. Ohne Urlaubstage oder einen gelben Schein ist an den Besuch vieler Spiele nicht zu denken.

Klar ist, dass diese Entwicklungen im Fußball nicht losgelöst von den materiellen gesellschaftlichen Zuständen betrachtet werden kann. Eine Gesellschaftsform, die auf Wettbewerb und Ausbeutung beruht, hat kein Interesse daran, diesen Sport
für Menschen aller Schichten gleichermaßen zugänglich zu machen und sich für ihre Mitgestaltung zu öffnen.

Ein Fußball für Alle kann also nur durch Veränderung und Transformation der Gesellschaft funktionieren. Deshalb kommt mit uns am 1.Mai auf die Straße –  Für einen Fußball von unten!

 


Kultur unterstützen statt ausbluten lassen!

Posted: April 8th, 2021 | Author: | Filed under: Texte | Comments Off on Kultur unterstützen statt ausbluten lassen!

Leere Konzertsäle, Kinos, Theater und Kneipen haben nicht nur eine Leere in unseren Köpfen; unserem Sozialleben zur Folge, sondern auch im Portemonnaie all jener, die für unsere Freizeit schuften.

Kunst und Kultur sind für ein kapitalistisches System, welches auf Profitmaximierung aus ist, nur dann relevant, wenn sie Mehrwert schafft – für uns sind sie nicht nur relevant, sondern notwendig! Kunst und Kultur sind nicht nur unser Privatinteresse, sondern zentraler Bestandteil unserer Gesellschaft; sie sollten als Gemeineigentum gelten. Neben der Notwendigkeit von Kunst und Kultur als Gemeineigentum stellen diese Bereiche den Großteil der Jobs gerade von

Studierenden dar. Der Großteil derer, die in der Gastronomie arbeiteten, verlor während der Pandemie seinen Job, während gleichzeitig das Bafög nicht aufgestockt wurde und die Semesterbeiträge (trotz geschlossener Mensen) nicht gesunken wurden.

Die Corona Hilfen für kleine Clubs oder Theater sind völlig unzureichend, die meisten Clubs, kleinen Theater oder freien Kinos stehen schon seit Ende des letzten Jahres vor dem Aus. Wo sind die Kulturrettungsschirme?

 

• Unterstützung und Aufstockung der Soforthilfen freier Künstler*innen

• Deckelung der Ticketpreise – Kultur für alle statt für die Reichen

• Miet- und Pachtverzicht der Reichen für Kultureinrichtungen

• Das geht nur ganz anders: Kultur für Alle! Frei zugängliche Angebote, in einer Gesellschaft in der nicht nur das Geld zählt!

 

 


Studierende für einen revolutionären ersten Mai: #tagderwut

Posted: April 7th, 2021 | Author: | Filed under: Texte | Comments Off on Studierende für einen revolutionären ersten Mai: #tagderwut

Wirtschaftskrise, Umweltkrise und Pandemie: Wir haben viele Gründe wütend zu sein. Und noch mehr Gründe auch als Studierende am Kampftag der Arbeiter:innen(klasse) auf die Straßen zu gehen.

Seit dem Beginn der Corona-Pandemie und der Wirtschaftskrise letztes Jahr hat sich für Studierende viel verändert – zum schlechten. Fehlende Freizeit- und Ausgleichsangebote und soziale Isolation und wenig Austauschmöglichkeiten mit anderen Studierenden erschwert das Lernen, erhöht den Leistungsdruck und ist auch psychisch belastend. Nicht alle Studierende haben zuhause genug Platz und Ruhe zum Lernen. Dazu kommt oft eine finanzielle Belastung durch die Folgen der Krise. Hier können wir sehen, dass nicht alle Studierende gleichermaßen betroffen sind und dass ihr Klassenhintergrund dabei eine Rolle spielt. Auch die Qualität der Lehre hat durch die Online Formate massiv abgenommen und es wurde viel zu wenig getan um für all die vielfältigen Angebote um Studium eine entsprechende Alternative zu finden.

Seit den Einschränkungen haben viele Studierende ihren Nebenjob verloren, den sie zum Leben brauchen. Es Dafür brach für viele eine wichtige Stütze weg, die nicht durch die lächerlichen Überbrückungshilfen gedeckt werden konnte. Wir alle wissen dass man selbst mit dem Höchstbetrag von 500 Euro (Wer hat die schon bekommen?!) in Frankfurt nicht mal einen Monat seine Miete und grundlegende Kosten stemmen kann. Die sowieso schon prekären Bedingungen haben sich für viele extrem verschärft.

Der Semesterbeitrag bleibt sehr hoch und auch das RMV Ticket ist weiterhin verpflichtend. Viele mussten wieder zu den Eltern ziehen, weil sie es sich schlichtweg nicht mehr leisten konnten. Einige von uns mussten sogar ihr Studium abbrechen weil es nicht mehr finanzierbar war.

 

Wer bezahlt für diese Krise?

Von der Wirtschaftskrise und der Pandemie sind also nicht alle Teile der Gesellschaft gleich betroffen. Es sind prekäre Studierende, Arbeiter:innen, Migrant:innen und Frauen, die die Folgen der Krise am meisten spüren. Der Staat hat in seinem Krisen-Management relativ schnell klar gemacht, dass nicht die Gesundheit der Menschen, sondern die Wirtschaftlichkeit/Profit an erster Stelle steht. Während also Stellen gestrichen, Menschen entlassen werden und vor dem nichts stehen, erhalten große Konzerne, wie zum Beispiel die Lufthansa Milliarden Steuergelder. Wie kann es sein, dass sogar während dieser Krise Reichtum und Kapital immer ungleicher verteilt wird? Wie kann es sein, dass so viele Menschen in Deutschland so wenig Geld haben, und so wenige so viel?

 

Das System ist die Krise

Wenn man die Erfahrungen und Lebensrealitäten aller Ausgebeuteten und Unterdrückten Menschen zusammenfasst, ist klar, dass die Krise im System selbst steckt. Es ist klar, dass unsere Probleme keine Einzelfälle sind oder individuelles Scheitern sind, sondern vielmehr, dass das System nur so funktionieren kann. Zu dieser „Normalität“ wollen wir nicht zurück! Wir brauchen eine Welt in der ein Impfstopf ohne Patente für alle verfügbar ist, in denen kein Mensch mehr vor Krieg fliehen muss, in denen die Ressourcen und Produktionsmittel dem Wohl aller und nicht einiger weniger dienen.

Wir wollen nicht ein zweites Mal dass die Krise auf unserem Rücken ausgetragen wird wenn ihre Kosten nun nicht auf Reiche sondern auf Arbeiter:innen abgewälzt werden soll. Wir fordern ein freies Gesundheitssystem für alle und dass die Kolleg:innen in der Pflege ordentlich bezahlt werden!

 

Tag der Wut!

Am 1. Mai wollen wir mit allen Menschen, die die Auswirkungen der Krise tragen, auf die Straßen gehen. Gemeinsam als Studierende mit Arbeiter:innen, Schüler:innen und Auszubildenden ein klares Zeichen setzen. Bitten an die Regierenden können wir uns dabei sparen. Wir sitzen nicht im selben Boot wie sie und schaffen das auch nicht gemeinsam. Nicht mit, sondern nur gegen die Konzernvorstände und Kapitalvertreter kann es die notwendigen Veränderungen geben. Nur im gemeinsamen, solidarischen Handeln werden wir die Gegenwehr von unten gegen die Krisenlösungen der Herrschenden vorbereiten und leisten können.

Die Gründe für unsere Wut sind so vielfältig wie wir selbst und sie haben alle ihren Ursprung in einem irrationalen System. Diese Krise hat vielen Menschen gezeigt, dass der Kapitalismus sich einen Scheiß um unsere Gesundheit und unser Wohlergehen schert. Wir wissen, das nichts fällt, wenn es nicht gestoßen wird!

Beteiligt euch an der Kampagne zum ersten Mai unter dem Hashtag #tagderwut. Kommt zur revolutionären 1.Mai Demonstration um 18 Uhr am Frankfurter Opernplatz.

Wenn ihr euch am Bündnis beteiligen wollt, schreibt uns gerne eine Mail. Weitere Infos findet ihr unter erstermai.org

 

Studierende für einen revolutionären ersten Mai

 


Ein Krankenhaus darf nicht wie ein Unternehmen organisiert werden!

Posted: April 4th, 2021 | Author: | Filed under: Texte | Comments Off on Ein Krankenhaus darf nicht wie ein Unternehmen organisiert werden!
  • Bräuchtest Du dringend medizinische Versorgung aber jemand zahlungskräftigeres hat Vorrang?
  • Kannst Du Dir keine FFP 2 Maske leisten, wärst aber dringend auf eine angewiesen?
  • Brauchst Du einen Corona Test um arbeiten zu gehen, kannst aber keinen bezahlen?
  • Wurde Dein Krankenkassenbeitrag 2020 erhöht?

Im Krisenjahr 2020 zeigte sich, wovor linke Bewegungen seit Jahrzehnen warnen: Ein auf Profitmaximierung ausgerichtetes Gesundheitssystem ist auf die Ausbeutung der Lohnabhängigen, Schwachen und Armen angewiesen. Im Kapitalismus ist Gesundheit – und damit unser Leben – eine Ware. Der Wert dieser Ware wird nicht nach universellen Prinzipien von Freiheit und Gleichheit, sondern nach den Gesetzen des Marktes bestimmt: Wer hat, der kriegt. Wer nichts hat, wird im Stich gelassen. Einmal mehr zeigt sich das in einer kapitalistischen Demokratie, dass nicht jede*r selbst seines*ihres Glückes Schmied ist, sondern Herkunft, Kapital und Klasse entscheiden, ob Du ein Bett im Krankenhaus, eine Impfung oder eine Post-Corona Reha bekommst. Denn während die einen schuften, geht es den andern in der Pandemie besser denn je.
Asklepioskliniken, die es in unserer Region u.a. in Langen, Offenbach, Taunus gibt, ist als der größte Klinikbetreiber der damit der größte Profiteuer der Vermarktung unserer Gesundheit. Während Asklepios die Profite einstreicht, öffentliche Gelder für den privaten Reichtum nutzt, sind landesweit die Pfleger*innen unterbesetzt, schlecht bezahlt und am Rande ihrer Kräfte sind. Die Kapazitätslimits der Krankenhäuser belastet vor allem das Personal. Sie sind es, die unter den Privatisierungen, der Unterbesetzung, der schlechten Bezahlung zu leiden haben – und am Ende auch wir alle, die wir aktuell mehr denn je auf die gerechte Gesundheitsversorgung angewiesen sind. Wer systemrelevant sagt, muss auch Taten folgen lassen: Gesundheit darf keine Ware sein, private Unternehmen dürfen keinen Profit mit unseren Leben machen. Impfpatente müssen freigegeben werden und die Dosen gerecht verteilt werden. Diejenigen, die wenig Geld haben, sind gerade dadurch höheren Ansteckungsgefahren ausgesetzt als die, die sich ein Auto leisten können und nicht mit Dutzenden Bahn fahren müssen.

  • Schluss mit der Privatisierung unserer Gesundheit!
  • Für das Ende der 2-Klassen-Medizin!
  • Keine Patente auf notwendige Impfstoffe!
  • Das geht nur ganz anders: Gesundheit muss als Allgemeingut organisiert werden und für alle frei zugänglich sein.